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Hochzeit planen in der Schweiz: Dein Masterplan

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Eine Hochzeit zu planen ist selten kompliziert. Es ist vor allem lang. Die meisten Paare scheitern nicht an einzelnen Entscheidungen, sondern daran, dass sie in der falschen Reihenfolge kommen: das Kleid steht fest, bevor klar ist, wie viele Gäste kommen, und die Wunschlocation ist längst vergeben, wenn die Deko-Ideen gesammelt sind.

Deshalb steht hier kein Ideenkatalog, sondern eine Reihenfolge. Was gehört an den Anfang, was kann warten, und wo lohnt es sich, früher dran zu sein, als es sich anfühlt.

Wie viel Zeit brauchst du wirklich?

Zwölf Monate gelten als Normalfall, und das nicht ohne Grund: es ist ungefähr die Vorlaufzeit, mit der gefragte Locations und Fotografen an einem Samstag zwischen Mai und September arbeiten.

Mit sechs Monaten geht es auch. Die Auswahl wird enger, und du wirst bei Datum oder Wochentag flexibel sein müssen. Unter drei Monaten ist eine Hochzeit möglich, wenn du bewusst klein feierst oder ausserhalb der Saison heiratest. Eine Hochzeit im November ist deutlich kurzfristiger organisierbar als eine im Juni.

Wenn dir weniger Zeit bleibt als der folgende Plan vorsieht, arbeite die Punkte in derselben Reihenfolge ab, nur schneller. Die Reihenfolge ist das Wichtige, nicht der Abstand.


Der Zeitplan: von zwölf Monaten bis zum Hochzeitstag

Der Überblick zuerst, die Details darunter.

  • 12+ Monate: Budget, Gästeliste, Datum und Location, Trauungstermin reservieren

  • 9 bis 12 Monate: Fotograf, Video, Catering, Musik, Art der Trauung

  • 6 bis 9 Monate: Kleid, Anzug, Ringe, Unterhaltung, Save the Date

  • 3 bis 6 Monate: Ehevorbereitungsverfahren, Deko und Blumen, Transport, Mobiliar, Einladungen, Menüprobe, Tanzkurs, Flitterwochen

  • 1 bis 3 Monate: Probestyling, Gästezahl fix, Trauzeugen, Kinderbetreuung, Sitzordnung, Ablaufplan

  • Letzte Woche: Ablaufplan verteilen, Notfall-Set, Tag davor freihalten


Zwölf Monate und früher: die Entscheide, die alles andere bestimmen

Am Anfang stehen drei Dinge, und sie hängen so eng zusammen, dass du sie fast gleichzeitig klären musst.

  • Budget festlegen. Die unangenehmste Frage und die erste. Klärt zu zweit, was ihr ausgeben wollt und woher das Geld kommt, und legt einen Betrag fest, der nicht angetastet wird. Wenn dir Anhaltspunkte fehlen: wir haben aufgeschrieben, womit du bei einer Hochzeit in der Schweiz rechnen musst.

  • Gästeliste grob erstellen. Nicht die endgültige, aber eine belastbare Zahl. Sie entscheidet über die Location und über den grössten Kostenblock überhaupt, das Essen. Der Unterschied zwischen 60 und 90 Gästen verändert die Suche komplett.

  • Datum und Location. Die beiden lassen sich kaum trennen, weil dein Wunschdatum an deiner Wunschlocation vielleicht nicht frei ist. Plane mit zwei, drei möglichen Terminen statt mit einem, und schau dir mindestens drei Orte zum Heiraten an, bevor du zusagst.

  • Trauungstermin reservieren. Wie früh das geht, hängt vom Zivilstandskreis ab: manche nehmen Reservationen ein Jahr im Voraus entgegen, andere erst ein halbes Jahr vorher. Ein Anruf klärt das in fünf Minuten. Das Ehevorbereitungsverfahren selbst kommt später.

  • Selber planen oder mit Unterstützung? Diese Frage stellt sich jetzt oder gar nicht mehr. Wer sich begleiten lassen möchte, holt die Unterstützung in dieser Phase dazu.

Empfohlene Hochzeitslocations


Neun bis zwölf Monate: die Dienstleister, die zuerst weg sind

Sobald Datum und Ort stehen, geht es an die Anbieter, bei denen Warten am meisten kostet.

  • Fotografin oder Fotograf. Die Auswahl an guten Leuten hinter der Kamera ist an Sommersamstagen am schnellsten erschöpft. Schau dir ganze Hochzeitsreportagen an, nicht nur die besten Einzelbilder, und achte darauf, ob dir der Stil über einen kompletten Tag gefällt.

  • Video. Wenn ihr auch bewegte Bilder wollt, klärt das jetzt mit. Manche Fotografen bieten beides, sonst braucht es ein eigenes Team für den Hochzeitsfilm.

  • Catering. Die erste Frage ist nicht, wer kocht, sondern ob du überhaupt frei wählen kannst. Viele Locations arbeiten mit einem festen Partner oder verlangen eine Gebühr für externes Catering. Kläre das zuerst, dann vergleiche in Ruhe, wer euch bewirten soll.

  • Musik. Band oder DJ werden früher gebucht, als die meisten annehmen. Livemusik zur Trauung ist eine eigene Buchung und oft ein anderer Anbieter als für den Abend.

  • Art der Trauung. Rein zivil, zusätzlich kirchlich oder mit einer freien Trauung. Das bestimmt den Ablauf des ganzen Tages und damit, wann alle anderen anfangen müssen.


Sechs bis neun Monate: Outfit, Ringe, erste Ankündigung

Jetzt wird es persönlicher und ruhiger.

  • Kleid und Anzug. Die Suche beginnt hier, weil sie mehrere Termine über Monate braucht: aussuchen, bestellen, anprobieren, ändern lassen. Wer erst drei Monate vorher startet, zahlt für Eile. Los geht es bei der Brautmode und beim Hochzeitsanzug.

  • Ringe. Dasselbe gilt, sobald es um Anfertigung oder Gravur geht. Bei Trauringen sind ein paar Wochen Fertigungszeit einzurechnen.

  • Unterhaltung für den Abend. Wenn ihr über die Musik hinaus etwas plant, sucht jetzt. Gute Showacts und Künstler sind an Wochenenden ähnlich früh vergeben wie Bands.

  • Save the Date. Wenn Gäste von weiter her anreisen oder ihr in der Hochsaison feiert, verschickt es jetzt. Das ist keine Einladung, sondern nur die Bitte, den Tag freizuhalten.

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Drei bis sechs Monate: wie der Tag aussehen und schmecken soll

  • Ehevorbereitungsverfahren einleiten. Der administrative Teil vor der Ziviltrauung, und er lässt sich nicht beliebig früh erledigen. Sobald das Zivilstandsamt grünes Licht gibt, habt ihr drei Monate Zeit für die Trauung. Melde dich rechtzeitig und frag, wann ihr den Termin dafür buchen sollt.

  • Dekoration und Blumen. Denk Brautstrauss, Tischschmuck und Raumdekoration zusammen statt einzeln. Es wird stimmiger und meist auch günstiger, wenn ein Anbieter das ganze Bild verantwortet.

  • Transport. Wie kommt ihr zur Trauung, wie kommen die Gäste zum Fest? Von Hochzeitsauto und Kutsche bis zum Shuttle für alle, die abends nicht mehr fahren wollen.

  • Mobiliar und Technik. Nur nötig, wenn deine Location nicht alles stellt. Dann aber früh klären, weil Zelte, Bestuhlung und Tontechnik in der Saison ebenfalls knapp werden.

  • Einladungen. Verschickt sie mit einer klaren Rückmeldefrist. Ohne Frist wird die Gästezahl gegen Ende zum Ratespiel, und genau diese Zahl brauchen später alle Dienstleister.

  • Menü und Torte probieren. Ein wichtiger Termin, weil sich danach kaum noch etwas ändern lässt. Nehmt euch Zeit dafür und geht nicht satt hin.

  • Fotobox. Wenn ihr eine wollt, jetzt reservieren. Fotoboxen sind an Sommerwochenenden schnell weg.

  • Hochzeitstanz. Wer nicht improvisieren will, hat mit ein paar Monaten Vorlauf genug Zeit für einen Kurs.

  • Flitterwochen. Jetzt buchen, und vor allem die Ferien bei beiden Arbeitgebern eingeben. Ideen findest du bei den Anbietern für Hochzeitsreisen.


Ein bis drei Monate: konkret werden

  • Probefrisur und Probe-Make-up. Idealerweise mit demselben Beauty- und Styling-Team, das am Hochzeitstag arbeitet.

  • Endgültige Gästezahl an alle Dienstleister. Prüfe deine Verträge: bei Catering und Location ist diese Meldung meist an eine feste Frist gebunden, und danach zahlst du für Absagen mit.

  • Trauzeugen bestimmen. Zwei Personen, die bei der Ziviltrauung anwesend, volljährig und urteilsfähig sind.

  • Kinderbetreuung organisieren. Sobald ihr wisst, wie viele Kinder kommen. Eine Betreuung vor Ort entspannt den Abend für alle Eltern im Raum.

  • Sitzordnung erstellen.

  • Ablaufplan schreiben. Detaillierter, als es sich sinnvoll anfühlt, mit Ankunftszeiten für alle Beteiligten, nicht nur für euch. Dieser Plan ist das, was den Tag zusammenhält.


Die letzte Woche

  • Ablaufplan verteilen. An Trauzeugen, Familie und alle Dienstleister. Bestimmt eine Ansprechperson für Rückfragen am Hochzeitstag, und zwar bewusst nicht euch selbst.

  • Notfall-Set packen. Nähzeug, Pflaster, Fleckenstift, Powerbank. Es wird fast immer gebraucht, meistens von einem Gast.

  • Den Tag davor freihalten. Nicht für letzte Erledigungen, sondern dafür, dass ihr ausgeruht in euren eigenen Tag geht. Wie das gelingt, haben wir in sieben Tipps für den Tag vor der Hochzeit zusammengefasst.

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Was in der Schweiz anders läuft

Die meisten Hochzeitsratgeber im Netz sind für Deutschland geschrieben. Bei Deko und Torte spielt das keine Rolle, beim Rechtlichen schon.

Nur die zivile Trauung ist rechtlich gültig. Eine kirchliche oder freie Trauung ist freiwillig und darf zeitlich nicht vor der zivilen stattfinden. Wenn du beides willst, plane zwei Termine, entweder am selben Tag oder an zwei getrennten.

Das Ehevorbereitungsverfahren ist Pflicht. Zuständig ist das Zivilstandsamt am Wohnort von einem von euch beiden. Dort prüft man, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, und teilt euch mit, welche Dokumente ihr braucht. Die Liste hängt von Staatsangehörigkeit und bisherigem Zivilstand ab.

Nach dem grünen Licht habt ihr drei Monate Zeit. Das ist der Punkt, der die Planung beeinflusst: Ihr könnt das Verfahren nicht ein Jahr im Voraus erledigen. Getraut werden dürft ihr danach bei jedem Zivilstandsamt der Schweiz, nicht nur an eurem Wohnort.

Voraussetzungen. Beide mindestens 18 Jahre alt und urteilsfähig, nicht bereits verheiratet oder in eingetragener Partnerschaft, nicht in gerader Linie verwandt und keine Geschwister. Seit dem 1. Juli 2022 können auch Personen gleichen Geschlechts heiraten.

Zwei Trauzeugen sind vorgeschrieben, volljährig und urteilsfähig.

Kosten. Für die zivile Trauung inklusive Dokumente rechnet man schweizweit mit 300 bis 400 Franken. Besondere Wünsche wie eine Trauung am Samstag oder in einem Aussenlokal kosten zusätzlich, je nach Gemeinde unterschiedlich.

Verbindlich Auskunft gibt immer das Zivilstandsamt deiner Wohngemeinde. Eine gute Übersicht bietet ausserdem das Portal des Bundes auf ch.ch.


Wenn du Unterstützung willst

Diesen Plan selber abzuarbeiten ist gut machbar, aber es ist Arbeit über viele Monate. Nicht jedes Paar will das, und das ist völlig in Ordnung.

Ein Hochzeitsplaner übernimmt die Koordination, kennt die Anbieter in deiner Region und ist am Hochzeitstag der Puffer zwischen dir und allem, was nicht nach Plan läuft. Es muss dabei auch nicht die Komplettbetreuung sein: viele bieten reine Tagesbegleitung oder stundenweise Beratung an, wenn du den Rest selber machen willst.

Wichtig ist nur der Zeitpunkt. Am meisten bringt es, wenn die Unterstützung früh dabei ist, solange Location und Hauptdienstleister noch offen sind. Hier findest du erfahrene Planerinnen und Planer aus der ganzen Schweiz.

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Zuletzt aktualisiert: 7. August 2026